Im Laufe des Abends und der Nacht wurden die unheilbar schwer Misshandelten und Ermordeten in riesige Gruben geschmissen. Obenauf kamen die leichter Verletzten, die auf eigenen Beinen zu den Gruben hatten laufen müssen und an deren Rändern niedergemetzelt wurden. Die Opferzahlen der Parquesan-Essdin lagen bei ca. 900-950 Personen. Darin sind Selbsttötungen und schwere Körperverletzungen mit Todesfolge mitbedacht. Nie konnte das ganz genau geklärt werden, denn die Terwock hatten es bei dem Ausheben der Massengräber so eilig gehabt, dass die Zählung erst begann, als die zuunterst liegenden Leichen schon gänzlich von den nachfolgenden bedeckt gewesen waren und somit nicht mehr erfasst werden konnten. Hinzu kam eine unbekannte Zahl von Vergewalti-gungen der Essdin-Frauen.

In den darauffolgenden Wochen hatten sich die Gemeinden aufzulösen. Gebetsdienste wurden verboten, die in der ersten Welle verschonten Tempel nachträglich dem Erdboden gleichgemacht. Dennoch gab es ab da an immer wieder gut besuchte heimliche Gebetsversammlungen. Nicht, weil die Frömmigkeit gewachsen war, sondern weil die heimgesuchten Bauern sich gegenseitig unterstützen mussten, nachdem ihnen ihre Existenzgrundlage entzogen worden war. Da jedoch jegliche Art von Versammlung verboten war, konnten diese Gebetsstunden nur unter Todesgefahr stattfinden. Wer nach Ablauf der verhängten nächtlichen Ausgangssperre noch auf die Straße ging, befand sich in Lebensgefahr.

Ein generelles Verbot wurde erlassen, dass es Essdin untersagte, selbstständig, das heißt ohne´Patenschaft ´ durch einen Terwock, Einzelläden, Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie Versand- und Bestellgeschäfte zu führen. Das Verbot beinhaltete weiterhin das Abhalten von Märkten, Messen und Ausstellungen. Außerdem wurden die Bauernverbände, in denen viele Essdin organisiert waren verboten. Ferner wurden die Stämme verboten.

„Ein Essdin ist ein Essdin ist ein Essdin“, hatte Ibo sie gelehrt.

Wegen der den Terwock eigenen totalitären Gleichsetzung ihres Volkes mit ihrer Armee wurden sämtliche Morde an den Essdin als unvermeidbare Begleiterscheinung des durchgeführten Pogroms angesehen. Die niederen Essdin, diese ´Volksfeinde ´, hatten es offensichtlich selber herausgefordert, so dass sie sich das ´Überkochen der terwockschen Gemüter ´ und die nachfolgenden Exzesse selber zuzuschreiben hatten. Die Befehle waren von oben immer absichtlich derart unklar formuliert worden, um im Nachhinein genau diese Begründung anführen zu können.

Als nächstes marschierte Infanterie ein, nicht zuletzt um die Gegend der Offsöhn-Seenplatte hermetisch abzuriegeln. Die hier noch lebende Mehrheit der in Kernwelt verbliebenen Menschen sollte dort in Schach gehalten werden, bis man über ihre weitere Verfügung entschieden hatte. Wahrscheinlich war jedoch, dass man sie alle dem noch einzurichtenden Kerker von Sorto zuführen würde.

>Auszug Ende<

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