„Na immerhin lungerst du hier direkt unter meiner Wohnung rum – da muss man sich schon vergewissern, mit wem oder was man es zu tun hat“

„Erstens lungere ich hier nicht rum – so viel Freizeit kann ich mir gar nicht erlauben – und Zweitens wusste ich überhaupt nichts von dir und deiner Bude da oben. Es war stockfinsterste Nacht, als ich mich hier niederlegte“.

„Ist ja schon gut – es tut mir leid!“, antwortete er und das tat es ihm wirklich. Da man Fremden gegenüber aber auf der Hut sein musste, fragte er weiter: “Trägst du irgendwelche Waffen bei dir?“

„Nein, ich bin unbewaffnet – bis auf ein Messer und diesen kleine Dolch hier“.

Sie zeigte ihm ihr Fahrtenmesser und ihren Kollaps-Ungeziefer-Dorn.

„Und was machst du überhaupt im Faulwald?“, wollte er noch weiter wissen.

Sie sahen sich stumm an und versuchten wohl, sich gegenseitig einzuschätzen, soweit das auf zwanzig Fuß Höhenunterschied möglich war. Sie konnte von da unten nur sein Gesicht ganz klein gegen das sich bewegende Blätterdach des Waldes ausmachen, während sie für ihn von da oben wie ein bemäntelter Gnom aussah.

Er sagte nichts. Sie wusste indes sehr wohl, dass sie auf seine zweite Frage nicht geantwortet hatte.

„Also – was machst du hier?“

„Kann ich das nicht erzählen, ohne mir Genickstarre holen zu müssen?!“

„Natürlich“, beeilte er sich nach einer kurzen Denkpause zu sagen, „komm herauf!“.

Er ließ die Hängeleiter hinunter und sie kletterte ohne zu Zögern zu ihm hinauf.

Dann standen sie sich gegenüber.

Zwei Wesen aus Kernwelt.