Tandin skizzierte den `Innenhof der Badoh´, wie er ihn bezeichnet hatte, mit dem Stock auf die Erde. Zeichnete davor den `Innenhof der Mala´

dazu und davor noch den Eingangsbereich der Tempelanlage. Dann begann er den dritten und letzteren, hintersten, Innenhof auf der anderen Seite dazu zu skizzieren:

„Nun schreitet der Besucher – oder ab hier ´Schüler´ – durch das dritte und letzte innere Ziertor an der Ostseite des Komplexes. Rechts und links des Tores werden überlebensgroße Steinabbilder der Glodin stehen. In Rüstung und voller Bewaffnung. Links eine Meifort-Weibse und rechts ein Meifort-Kerl. Und Meiforts wird dieses anhand der meisterlich gearbeiteten, wissend schmunzelnden Mienen der Statuen auffallen. Nicht Eingeweihte werden einfach nur bewaffnete Glodin, einmal Frau und einmal Mann, sehen. Man wird eine sehr hohe Stufe empor steigen müssen, um dann unter fünf roten Säulen unter einem schindelbedeckten Dreistufendach auf eine Doppelreihe von kniehohen gemauerten Schwellen zu stoßen, die das Tor auf voller Breite durchziehen. Hier wird der Eintretende die Schwelle mühsam übersteigen müssen. Hier wird er oder sie bewusst die Schwelle zum Wissen zu übertreten haben. Denn der dritte und letzte Innenhof soll ein Schulhof werden. Von allen drei Seiten von bescheidenen Holzbaracken umsäumt, in denen wir Glodin Unterricht geben werden. Für jede und jeden von uns soll es einen Klassenraum geben. Also elf an der Zahl. Die Wand des Tores soll mit Efeu bewachsen und von Bäumen bestanden Kühle, Schatten und Entspannung bieten. Hier werden hölzerne Picknick-Kombinationen aus Tisch mit jeweils zwei Bänken für die Schüler aufgestellt werden. Und ein Springquell sollte sich in einen roh behauenen Holztrog – an einem Stück aus einem Baum geschlagen – ergießen. Für die Mitte des sogenannten Schulhofes planen wir ein Glockenhaus. Wir wollen und werden alle zusammen als Meisterstück mit eigener Hand eine große aber sehr schmale Bronzeglocke gießen und diese als Schulglocke in die Mitte unter das Dach des nach allen Seiten offenen Hauses hängen. Dazu werden wir natürlich auch noch einen riesigen pfahldicken Klöppel an einem dicken Seil fertigen. Das Haus soll auf sieben Stufen erhöht stehen und an den Ecken von vier baumdicken Redwood-Säulen getragen werden. Schlichten, geschälten und naturschwarz verblichenen Baumstämmen. Unter der Glocke selber soll nochmals ein dreistufiges Holzpodest stehen, auf das dann die Eleven zum Schlagen der Glocken treten können. Das Dach selber soll den quadratischen Grundriss des Glockenhau-

ses auffangen und wiederspiegeln. Ganz oben in der Mitte soll es einen kühnen Spitzgiebel haben, der das Zeichen der Glodin tragen wird. Ansonsten soll das Dach ganz kühn geschwungen an den vier Ecken jeweils wie ein sichelförmiger Krummschuhpantoffel nach oben gen Himmel zeigen. Zwischen der Glocke und dem Dach soll ein drei Fuß hoher, aus gedrechselten Gitterstäben bestehender Klangkörper den Ton der Glocke auffangen und solchermaßen seine Stimme von dem Ort der Lehre, des Wissens und Kontemplierens verkünden. Und natürlich zum Unterricht läuten. So einfach und banal werden die Glockentöne dann eben auch benutzt werden.